Rückblick 2022

Wissens-Menü mit drei Gängen

Klar, schreiben können wir viel darüber, wie spannend und abwechslungsreich Berufe im Tourismus sind. Besser ist es aber, wenn dir diejenigen davon erzählen, die es selbst erleben: die Auszubildenden. Der Hotel- und Gaststättenverband Sachsen e.V. (DEHOGA Sachsen e.V.) und der Landestourismusverband Sachsen e.V. haben deshalb, von 2017 bis 2022, ein Projekt für junge Menschen ins Leben gerufen – das AZUBI-Dinner. Im Rahmen dieser Veranstaltung inklusive leckerem Drei-Gänge-Menü konnten die Schüler aktuellen Azubis Löcher in den Bauch fragen. Und auch wenn vielleicht ansonsten gern mal ohne die Eltern losgezogen wird, beim AZUBI-Dinner sind sie absolut erwünscht!

Görlitz, 30.01.2022 Azubi-Dinner Dehoga Sachsen e.V. Foto: Rico Thumser / DEHOGA Sachsen

Lecker Essen für die Zukunft

Während die Schüler und Eltern also gemeinsam das gute Essen genießt, erzählt die Auszubildende zur Hotelfachfrau/zum Hotelfachmann, zur Fachfrau/zum Fachmann für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie, zur Köchin/zum Koch und zur Kauffrau/zum Kaufmann für Tourismus und Freizeit von ihrer Arbeit und der Zeit in der Berufsschule. Wie schwer ist das alles? Was macht Spaß und was ist eher lästige Pflicht? Welche Möglichkeiten für das Arbeiten im Ausland bieten sich ihnen? Und wie viel verdienen sie überhaupt? Die Schüller erfahren so, was auf sie zukommt und die Eltern erfahren, wie sie ihre Kinder am besten unterstützen können. Infos dazu geben auch Anwesende der Agentur für Arbeit oder Teilnehmende verschiedener Ausbildungsbetriebe, die sich ebenfalls für das AZUBI-Dinner angemeldet haben.

Neben den Schülern spricht das Organisationsteam mit seinem Angebot aber auch Quereinsteiger und Interessenten für den zweiten Bildungsweg an. Das selbstkreierte Drei-Gänge-Menü der Azubis sorgt beim Event für einen wohlschmeckenden Rahmen. Das alles in Zeiten der Pandemie natürlich mit einem sorgfältig ausgearbeiteten Hygienekonzept. 

Görlitz, 30.01.2022 Azubi-Dinner Dehoga Sachsen e.V. Foto: Rico Thumser / DEHOGA Sachsen

AZUBI-Dinner – Einblicke in die Praxis

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Berufsschule: Zwischen Betrieb und Schulbank

Eine Schule fürs Leben

Seit über 60 Jahren bildet das Berufliche Schulzentrum fürs Gastgewerbe Dresden Auszubildende aus. Die Schülerzahlen steigen.

Sie sind einfach überall. Ob beim gemütlichen Abendessen im Restaurant oder beim Hotelbesuch – Siri Leistner und Jana Klaves treffen an vielen Orten auf ehemalige Schülerinnen und Schüler. Das ist auch kein Wunder. Siri Leistner ist seit 2012 Schulleiterin des Beruflichen Schulzentrums fürs Gastgewerbe Dresden „Ernst Lößnitzer“, Jana Klaves ist ihre Stellvertreterin. „Wir freuen uns natürlich, wenn wir bekannten Gesichtern begegnen“, sagt die Schulleiterin.   

Seit über 50 Jahren begleitet die Schule Auszubildende auf dem Weg in ihre berufliche Zukunft im Gastgewerbe. Siri Leistner kam 1989 als Lehrkraft an die Einrichtung. „Ich bin selbst gelernte Köchin“, erzählt sie. Dieser persönliche Einblick in das, was auf die Absolventinnen und Absolventen nach ihrer Ausbildung wartet, hilft ihr bis heute bei der täglichen Arbeit. „Dabei haben sich die Gästewünsche in den vergangenen Jahrzehnten durchaus gewandelt“, schildert sie. Die Gäste werden anspruchsvoller – damit steigen auch die Ansprüche an das Personal in Restaurant, Küche oder Hotel. Ein Punkt, dem die Schule mit einer fundierten Ausbildung Rechnung trägt.

Insgesamt sechs Bildungsgänge bietet das Berufliche Schulzentrum fürs Gastgewerbe an:  Neben den dreijährigen Ausbildungen Hotelfachfrau/-mann, Köchin/Koch, Fachfrau/-mann für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie und Fachfrau/-mann für Systemgastronomie auch die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft Küche bzw. Fachkraft Gastronomie. Jedes Jahr beginnen gut 350 Azubis an der Schule. „Vor allem in den vergangenen zwei Jahren spüren wir, dass die Nachfrage nach einer Berufsausbildung im Gastgewerbe stark steigt“, sagt Jana Klaves, selbst ausgebildete Hotelfachfrau. Im Spätsommer 2022 startete das neue Ausbildungsjahr sogar mit insgesamt 13 Klassen.

Leben zwischen Theorie und Praxis

Realschulabschluss, Studienabbrecher, Hauptschüler oder fertig Studierte: Das Leistungsniveau der Schülerschaft ist unterschiedlich. Ein Fakt, auf den sich die Mitarbeitenden der Schule aber einstellen. Mit abwechslungsreichen Methoden und fächerübergreifenden Projekten vermitteln sie das notwendige Wissen. Die Schüler sitzen jedoch nicht nur im Klassenzimmer. Ihre duale Ausbildung findet im Betrieb und in der Schule statt. Leute in dreijähriger Ausbildung sind meist vier Wochen in der Praxis und haben danach zwei Wochen Schule. „Diese Umstellung ist für manche in den ersten Tagen vielleicht etwas anstrengend“, sagt Siri Leistner. Aber die meisten gewöhnten sich schnell wieder ans zeitige Aufstehen und das Zur-Schule-Gehen. Auszubildende in den Fachkraft-Berufen kommen wöchentlich an zwei Tagen zum Unterricht. Gerade auch für leistungsschwächere oder ausländische Schüler mit Sprachproblemen ist die Möglichkeit zu diesem Abschluss ideal, finden die beiden. „Aktuell sind wir die einzige Schule in Sachsen, die das anbietet“, sagt Siri Leistner.

Eines ist den Pädagogen am Beruflichen Schulzentrum besonders wichtig: Die Auszubildenden sollen in den zwei bis drei Schuljahren immer selbstständiger werden. „Wir machen sie fit für die Praxis. Wir geben ihnen quasi den Handwerkskoffer für ihren späteren Beruf in die Hand“, beschreibt es Jana Klaves. Eigenverantwortung zu übernehmen, das müssten alle lernen. „Deshalb ist es immer wieder schön zu sehen, wie sich die Auszubildenden in den zwei oder drei Jahren persönlich weiterentwickeln.“

Gäste wissen den guten Service zu schätzen

Viele von ihnen sehen die Schulleiterinnen regelmäßig wieder. Jedes Jahr findet an der Schule ein großes Treffen mit den Ausbildern der 250 Betriebe statt, mit denen das Berufliche Schulzentrum zusammenarbeitet. „Eine ganze Reihe dieser Ausbilder sind ehemalige Schüler von uns“, erklärt Siri Leistner. Auch dieser Trend habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. „Das Gastgewerbe sucht fähige Leute. Wer einen tollen Abschluss hinlegt, hat deshalb auch gute Karrierechancen.“

Die Wertschätzung der Branche in der Bevölkerung steigt – vor allem nach der Pandemie. Wie wichtig es ist, dass Menschen im Gastgewerbe tätig sind, wird vielen Menschen erst jetzt so richtig deutlich, nachdem sie auf den guten Service pandemiebedingt zeitweise verzichten mussten. „Ich glaube, das ist eine Entwicklung, die noch eine ganze Weile anhalten wird“, fügt Jana Klaves hinzu. Sie rechnet damit, dass die Nachfrage nach einer Ausbildung im Gastgewerbe auch in den kommenden Jahren hoch bleibt – und damit auch das Berufliche Schulzentrums fürs Gastgewerbe in Dresden eine feste Größe in der dualen Ausbildung bleibt.

Das verdient ein Tourismustalent während der Ausbildungszeit!

Klar, Geld ist wichtig, aber dennoch solltest du deine Ausbildung nicht aufgrund des Geldes auswählen. Wichtiger ist, dass du Interesse für den Ausbildungsberuf mitbringst und noch nach vielen Jahren Freude daran hast. Schließlich macht Geld allein auch nicht glücklich. Dennoch kannst du im Bewerbungsgespräch fragen, wie hoch die Ausbildungsvergütung ist oder dich vorher im Internet informieren.

Was verdiene ich als Auszubildene/r?

Die Höhe deiner Vergütung hängt von verschiedenen Faktoren ab wie Bundesland, Branche, geltenden Tarifverträgen und Ausbildungsjahr. Die Rechtsgrundlage bildet dabei das (BBiG) Berufsbildungsgesetz, wobei §17 den Vergütungsanspruch und die Mindestvergütung regelt. Dort steht auch geschrieben, dass die Vergütung mit der Anzahl der Ausbildungsjahre steigen muss. Grundsätzlich wirst du am Anfang ein niedrigeres Gehalt als die Fachkräfte bekommen. Das liegt daran, dass du noch keine vollwertige Arbeitskraft bist, da du gerade beginnst, den Beruf zu erlernen. Da du dir jedes Jahr mehr theoretisches Wissen aneignest und praktische Erfahrungen sammelst, wird deine Ausbildungsvergütung jedes Ausbildungsjahr angepasst. Somit bekommst du mehr Geld. Für Ausbildungsbetriebe, die an keinem Tarifvertrag gebunden sind, gilt die im §17 II Mindestausbildungsvergütung. Diese kannst du dir in der folgenden Tabelle näher anschauen.

Quelle: IHK Chemnitz

Ist dein Vertrag nicht tarifgebunden, darf dein Ausbildungsbetrieb dir maximal 20% weniger Gehalt als branchenüblich und nicht weniger als die Mindestvergütungstabelle besagt, bezahlen. Dies wurde am 01.08.2020 gesetzlich festgelegt. Das prüft auch die zuständige IHK bei den Ausbildungsverträgen. Wenn die im Vertrag festgelegte Vergütung die Vorgaben unterschreitet, wird der Vertrag nicht bestätigt und der Betrieb aufgefordert, diesen anzupassen. Du musst als Azubi also nicht selbst deinen Betrieb darauf hinweisen. Für die Ausbildung im Hotel – und Gaststättengewebe, in der Systemgastronomie sowie in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern gibt es tarifliche Regelungen. Diese haben wir für dich verlinkt:

Weitere Informationen zu den Tarifdaten der Branchen findest du hier.

Brutto oder Netto? Was ist der Unterschied?

Bei der Mindestvergütungstabelle handelt es sich um Brutto-Beträge, das bedeutet das davon noch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Der Bruttolohn wird in deinem Ausbildungsvertrag festgehalten. Die Prozentsätze für die Sozialversicherungsbeiträge kannst du dir in der folgenden Tabelle anschauen:

Quelle: Aubi-plus

Steuern wie z.B. Lohnsteuer musst du erst bezahlen, wenn du mehr als 1.029,00€ monatlich verdienst. FormularendeDein Nettolohn ist der Betrag, der dir im Laufe jeden Monats (meist am 15. oder zum Monatsende) auf dein Bankkonto überwiesen wird. Dieser Betrag ist geringer als dein Bruttolohn, da die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Du möchtest wissen, was du tatsächlich bekommst? Dann suche im Internet nach Brutto-Nettorechnern, die berechnen dir unter Angaben deines Bruttolohns und weiteren Informationen kostenlos deinen Nettolohn.

Für deine Fragen rund um deinen Ausbildungsvertrag stehen dir die Kolleginnen und Kollegen der Industrie- und Handelskammern zur Verfügung.

Zahlenjongleurin im Wellness-Tempel

Erzieherin wollte Sophia Krahl ursprünglich einmal werden. Aber es kam anders. Heute managt sie entspannte Auszeiten für ihre Gäste. 

Abschalten beim Hotel-Urlaub? Sophia Krahl gibt zu, dass sie das immer wieder vor eine Herausforderung stellt. Dabei arbeitet die 19-Jährige selbst in einem. „Berufskrankheit“, sagt sie und lacht. So richtig entspannen könne sie nicht, wenn sie in einem anderen Haus zu Gast ist. Werden die Hygienestandards eingehalten? Wie ist der Kontakt zum Kunden? Sie achtet berufsbedingt einfach auf alles. „Das passiert mir sogar schon, wenn ich abends in ein Restaurant gehe“, gesteht sie. Familie und Freunde nerve das schon manchmal.

Seit wenigen Wochen hat sie ihren Abschluss als Hotelkauffrau in der Tasche. Wer heute die gleiche Ausbildung wie sie beginnt, würde sich danach Kauffrau für Hotelmanagement nennen. Auch wenn es in Zukunft anders heißt, die Inhalte bleiben. „Zahlen müssen einem in diesem Beruf schon liegen“, sagt Sophia Krahl. Warenwirtschaft, Controlling, Inventarlisten, Bilanzen – nach drei Jahren Ausbildung schocken sie solche Begriffe nicht mehr. „Mich hat das interessiert und das war gut so.“ Das Interesse müsse da sein, sonst verliere man in der Ausbildung schnell den Überblick.

Wunschlos glückliche Gäste

Dabei war lange gar nicht klar, dass Sophia mal in einem Hotel arbeiten würde. Als Erzieherin hatte sie sich irgendwann einmal gesehen. Als sie einen Ausbildungsplatz sucht, stößt sie im Internet auf eine Anzeige des SCHUMANN HOTELS, RESTAURANT und SPA- TEMPEL GmbH, im sächsischen Kirschau. Ein paar Tage kommt sie zum Probearbeiten – und ihr gefällt, was sie da tut. „Eigentlich hatte ich mich als Hotelfachfrau beworben, aber dann kam der Vorschlag von Seiten des Hotels, dass ich auch Hotelkauffrau werden könnte.“ Sie sagt zu.

Im August 2019 beginnt die Lehre. Wenige Monate später ist Lockdown, die Welt mitten in der Pandemie. „Da standen natürlich alle vor einer Herausforderung“, erinnert sich Sophia. Das Leben änderte sich. Sie war froh, dass sie auf Arbeit immer noch zu tun hatte, die Zeit mit Sinnvollem verbringen konnte. „Das war eine sehr lehrreiche Zeit und hat das Team im Haus eng zusammengeschweißt.“ In die verschiedensten Bereiche des Hotels schnuppert sie während der Ausbildung hinein. Besonders schätzt sie den Kontakt zu den Gästen. Sie ist gern am Empfang, mag es, die Gäste auf einem ersten Rundgang durchs Haus zu begleiten. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn wir ihnen hier eine schöne Zeit bereiten, ihnen Wünsche erfüllen und unsere Gäste rundum begeistern können.“ Zufriedene Gesichter seien dann das größte Lob.

Wenn die Welt lockt

Die Umstellung von Schule auf Ausbildung sei anfangs nicht einfach gewesen. „Bis dato hatte ich, außer mit Mitschülern und Lehrern, nicht großartig mit anderen Menschen zu tun.“ Im Hotel war das von heute auf morgen anders. Dort lerne sie jeden Tag neue Leute kennen. „Das ist das Tolle an dem Beruf, man wächst über sich hinaus, bekommt Selbstbewusstsein.“ Mit eventueller Kritik hat sie ebenfalls gelernt umzugehen. Dass sich ein Gast beschwert, komme aber zum Glück selten vor. „Aber aus solchen Dingen können wir alle nur lernen und am Ende besser werden.“

Auch mit dem Abschluss in der Tasche wird Sophia Krahl erst einmal im SCHUMANN HOTEL bleiben. Sie weiß natürlich, dass ihr mit diesem Beruf sprichwörtlich die Welt offensteht. Überall kann sie nun in Hotels arbeiten. „Österreich würde mich reizen, weil ich auch privat sehr gern in diesem Land bin und gut mit der dortigen Mentalität zurechtkomme.“ Aber das hat noch Zeit. Jetzt konzentriere sie sich erst einmal voll auf ihre Aufgabe in Kirschau.

Dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen – für Sophia ist das kein Problem. „Ich wusste ja, worauf ich mich einlasse.“ Schließlich seien es auch die Gäste, die für ganz besondere Momente sorgen. „Wenn sich jemand beim zweiten Besuch nach einem Jahr noch an meinen Namen erinnert, das ist das größte Kompliment.“

Kauffrau/-mann für Hotelmanagement – ein Blick hinter die Kulissen

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Medizin gegen das Reisefieber

Die Sommerurlaube bei den Großeltern in Dänemark entfachten bei Lysann Löbel die Lust auf ferne Länder. Nach ihrer Ausbildung schickt sie nun andere ins Abenteuer. 

Lysann Löbel entdeckt andere Länder. Nahezu jeden Tag ist sie woanders unterwegs, mal mit dem Flugzeug, mal mit dem Kreuzfahrtschiff. Einen Koffer nimmt sie allerdings nie mit. Für ihre Erkundungstouren muss sie ihren Schreibtisch in Meißen nämlich gar nicht verlassen. Die junge Frau sorgt dafür, dass andere Menschen einen schönen Urlaub haben. Bis Juli 2021 absolvierte sie eine Ausbildung zur Tourismuskauffrau für Privat- und Geschäftsreisen bei der Meissen-Tourist GmbH. Ein Gewinn auch für die private Reiselust.

Einen Großteil ihrer Lehre fiel in eine Zeit, als die Menschen eher zögerlich beim Reisen waren, eben mitten in die Pandemie. „Aktuell merken wir, dass die Leute einfach wieder unterwegs sein wollen“, schildert Lysann Löbel. Sie betreut vor allem die Reisen nach Slowenien, Ungarn, Kroatien und in die Slowakei. „Oder auch die Flusskreuzfahrten, die stark nachgefragt werden.“ Dass sie immer nur die Auszeiten anderer koordiniert, ist für sie kein Problem. „Das ist doch toll, wenn man die Urlaube für seine Mitmenschen planen kann und weiß, dass sie dann eine schöne Zeit haben.“

Tipps für das eigene Leben

Mit ihrer Familie ist sie in der Kindheit eher selten in ferne Gefilde gereist. Aber die Großeltern, die zogen irgendwann nach Dänemark und der Sommerurlaub dort war immer ein Highlight. Die andere Sprache, das andere Lebensgefühl – das faszinierte Lysann schon in der Jugendzeit. Später absolviert sie deshalb ein Praktikum bei Meissen-Tourist, darf während dieser Zeit Recherchieren, sich mit Inhalten für Kataloge und Webseiten beschäftigen oder die Buchungsmaske bearbeiten. „Da habe ich gemerkt, dass ich das später gern beruflich machen möchte.“

Reisebegeistert müsse man für den Job schon sein und ein Interesse für Geografie ist hilfreich. „Englischkenntnisse sind ansonsten sehr gut“, erzählt sie. Denn oft muss sie mit ausländischen Dienstleistern sprechen. Zweimal pro Jahr begleitet sie selbst Reisen, zuletzt nach Kroatien. 

Ansonsten bereitet sie solche Fahrten lediglich vor. Stellt für die Reisebegleitung wichtige Informationen zusammen, managt Zeiten, informiert Hotels oder koordiniert die Fahrt zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten. „Bei jeder Reiseplanung bilde ich mich selbst ein bisschen fort“, sagt sie. Bei manchen Orten denke sie dann auch manchmal: „Wow, ist das gigantisch.“ Das landet dann gleich auf der privaten Favoritenliste für spätere Urlaube.

Traumziel Skandinavien

Für Reisekataloge und Internetseiten stellt Lysann Informationen über die Länder und die Ziele zusammen, sucht Fotos heraus, schreibt Texte. Die müssen sitzen, schließlich sollen die Menschen in kurzen Texten möglichst viele Eindrücke von dem erhalten, was sie erwartet. Die junge Frau füttert aber auch das Buchungssystem mit notwendigen Daten. „Eigentlich ist kein Tag wie der andere. Langweilig wird es mir definitiv nicht.“

Für Urlaub hat sie trotzdem noch Zeit. Dann verreist sie gern mit einer Freundin, die die gleiche Ausbildung absolvierte. Skandinavien ist Lysanns großer Traum, nicht nur für eigene Reisen. „Ich würde mich auch gern hier im Reisebüro um die Länder im Norden kümmern“, gibt sie zu. Die seien absolut faszinierend. Bis es so weit ist, erforscht sie die verschiedenen Ecken der Erde jeden Tag ein bisschen mehr. „Ich lerne die Welt zumindest auf der Karte sehr gut kennen.“

Tourismuskaufmann/-frau für Privat- und Geschäftsreisen – ein Blick hinter die Kulissen

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Spaß mit System

Ausbildung unter Palmen

In seiner Lehre kann Nico Ewald gleich mehrere Dinge ausprobieren: Küche, Kasse, Catering. Am liebsten aber, sorgt er für Entschleunigung bei seinen Gästen.

Der Arbeitsweg von Nico Ewald gleicht manchmal einer Safari. Dann geht es vorbei an Elefanten, an großen und kleinen Affen und an grazilen Giraffen. Der 25-Jährige lebt aber nicht in Afrika – sondern in Leipzig. Sein Arbeitsort ist allerdings ein ganz Besonderer. Seit 2020 macht er eine Ausbildung zum Fachmann für Systemgastronomie bei der Marché Mövenpick Deutschland GmbH. Dafür ist er im Restaurant Palmensaal tätig, mitten im Leipziger Zoo.

Eigentlich wollte Nico Ewald studieren und er hatte sogar schon angefangen, doch dann stellte er fest: Das Arbeiten liegt ihm mehr als das Sitzen im Hörsaal. „Ich war in einer Kundeninformation tätig und der Kontakt zu den Menschen lag mir sehr“, erinnert er sich. Also machte er einen neuen Plan für sein Leben, schaute sich an, welche Ausbildungsberufe in Frage kommen könnten. „Ich war dann zum Probetag bei Marché, durfte in der Speisenzubereitung und an der Kasse helfen.“ Plötzlich weiß er: Das will er werden, Fachmann für Systemgastronomie.

Wenn gutes Essen Entspannung bringt

Bei diesem Mammutwort denken viele an Fast-Food-Ketten oder Coffeeshops. Doch es gibt auch viele andere Unternehmen, deren Service einem hauseigenen Konzept folgt, das dann in jeder Filiale umgesetzt wird. Das bringt aber auch Besonderheiten mit sich, die Mitarbeitende kennen müssen. „Die Abläufe kennenzulernen, das war am Anfang das Wichtigste“, sagt der Auszubildende. Sein Aufgabenbereich ist abwechslungsreich und reicht von der Küche über den Service bis hin zur Kasse. Das Hineinschnuppern in unterschiedlichste Tätigkeiten sei unheimlich spannend, beschreibt Nico Ewald. In der Küche schneidet er Gemüse, bereitet Teig zu. Im Service hat er Kontakt mit den Gästen. „Letzteres macht mir aber besonders Freude.“

Wenn er möchte, könnte er später auch im Rechnungs- und Personalwesen arbeiten. Büro statt Restaurant? Aktuell kann sich das Nico Ewald nur schlecht vorstellen. „Ich bin wirklich gern direkt am Tisch bei den Gästen.“ Die sind im Zoo-Restaurant schon mal unter Zeitdruck, wollen schnell weiter, um im Tierpark noch möglichst viel zu sehen. Darauf muss sich Ewald bei seiner Arbeit einstellen. „Aber in solchen Momenten ist es am schönsten zu sehen, wenn sich ein Gast unter Zeitdruck letztlich doch bei gutem Essen entspannt und den Restaurantbesuch einfach genießt.“

Gute Karrierechancen nutzen

Die Erfahrung, die Nico Ewald heute sammelt, machte vor gut 15 Jahren auch Alexandra Vullo, heute Betriebsleiterin bei Marché Mövenpick im Zoo Leipzig. Sie stellte in der Lehre zur Fachfrau für Systemgastronomie fest, dass es sie vor allem in die Küche zieht. Über die Jahre übernahm sie im Unternehmen immer mehr Verantwortung. „Wer viel Freude an der Gastronomie hat und dazu noch Einsatzbereitschaft und Kreativität mitbringt, kann es in der Systemgastronomie weit bringen“, bestätigt sie. „Warum externe Mitarbeiter für Führungspositionen suchen, wenn man intern starke Leute von der Pike aufbauen kann.“

Darauf bereitet sich auch Nico Ewald vor. Er will nach seiner Ausbildung gern im Palmensaal bleiben. „Wir haben hier ein gutes Team, die Arbeit macht Spaß und natürlich ist der Arbeitsort eben auch etwas Besonderes.“ Jeden Tag, die Möglichkeit zu haben, Elefanten, Affen oder Giraffen zu sehen – ohne nach Afrika reisen zu müssen. Wer kann das schon über seinen Job sagen?

Fachfrau/-mann für Systemgastronomie – ein Blick hinter die Kulissen

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Sportlicher Job mit vier Hufen

Ausbildung im Pony-Sattel

Sport und die Liebe zum Pferd – im Elldus Resort Oberwiesenthal kann Lea-Marie diese Leidenschaften perfekt verbinden.

Bello unterm Tisch: Dass Leute ihren Hund mit auf Arbeit nehmen, ist in manchen Büros nichts Ungewöhnliches. Lea-Marie Spitzers Tiere sind allerdings ein bisschen größer: zwei Ponys. Trotzdem teilt sie mit ihnen nun ihre Arbeitstage. Die 19-Jährige hat im Sommer 2021 ihre Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau im Elldus Resort Oberwiesenthal begonnen. Nicht nur im Fitnessstudio oder im Wellnessbereich ist sie seitdem tätig. Viel Zeit verbringt sie auf dem ressorteigenen Ponyhof und erklärt Kindern das Reiten. Ihre beiden Pferde sind dabei.

Für Sportmuffel ist die Ausbildung eher nichts, sagt Lea-Marie ehrlich. „Spitzensportler oder Mitglied in einem Sportverein muss man dafür aber auch nicht sein.“ Sie selbst war allerdings schon vorher im Reitsport engagiert, hatte außerdem Erfahrungen im Kraftsport. Weil sie früher bereits als Minijobberin im Elldus Resort arbeitete, erschien ihr die Idee für die Lehre zur Sport- und Fitnesskauffrau attraktiv. „Es ist einfach ein sehr abwechslungsreicher Beruf. Das hat mich gereizt.“ Für ihren Ausbildungsbetrieb ist es eine Premiere. Erstmals bildet er dieses Berufsbild aus. In Sachen Berufsschule ist die Lage in Sachsen aktuell noch übersichtlich. „Die Theorieausbildung mache ich in Riesa“, erzählt die Auszubildende. Die einzige Möglichkeit, die es dafür im Freistaat gibt.

Gedankenreisen und heiße Zeiten

Schwerpunkt von Lea-Maries Arbeit ist aktuell der Reitunterricht für die Kinder, die zusammen mit ihren Eltern im Elldus Resort Urlaub machen. „Die meisten saßen vorher noch nie auf einem Pferd“, berichtet sie. An der Longe führt sie das Pony in solch einem Fall. Beim Gedankenausritt, einer speziellen Übung, reiten die Kinder mittels Vorstellungskraft über Felder, Wiesen und durch Wälder. Spielerisch lernen sie so Sicherheit im Sattel. „Ich bin immer überrascht, wie schnell Kinder so etwas umsetzen können und Fortschritte machen.“ Aber auch Kinder aus der Region kommen zum Unterricht in den ressorteigenen Stall.

Die Arbeit dort bedeutet aber auch, dass sich Lea-Marie um die Pferde kümmern muss. Das ist aufwendig – trotzdem bleibt noch genug Zeit, um auch die eigenen Vierbeiner zu umsorgen. Vorher waren sie viele Jahre in einem anderen Stall untergebracht. „Jetzt genieße ich es, sie so nah bei mir zu haben“, sagt Lea-Marie. Neben der Tätigkeit auf dem Ponyhof ist sie aber auch in anderen Bereichen des Unternehmens eingesetzt. Im Fitnessstudio und im Spa-Bereich, wo sie für erholsame Aufgüsse in der heißen Sauna sorgt, oder bei Wanderungen für die Gäste. „Die Menschen in Bewegung zu bringen und gleichzeitig für ihre Erholung zu sorgen – das ist doch eine spannende Kombination.“

Ponyhof schlägt Weltenbummel

Langweilig, das hat Lea-Marie schon gemerkt, wird die Arbeit nicht. Dafür ist die Sport- und Fitnesswelt auch viel zu sehr im Wandel. Immer wieder gibt es neue Trends, die es zu entdecken gibt. Passen neue Fitnesskurs-Angebote zur Kundschaft? Sind die Trainingsgeräte für die Hotelgäste geeignet? Fragen, die die junge Frau in Zukunft immer im Blick haben muss. „Als Couchpotato wäre ich hier auf jeden Fall fehl am Platz.“ Ausruhen ist nicht.

Trotzdem empfindet sie das alles nicht als Belastung, als Stress. Die Ausbildung mache großen Spaß. „Und ich sitze fast jeden Tag selbst im Sattel, das ist schon toll.“ Noch hat sie zwei Jahre Zeit, um während der Lehre noch mehr Seiten des Jobs zu entdecken. Obwohl sie mit ihrem Abschluss auch in Hotels oder Sportstudios in der ganzen Welt arbeiten könnte, hat Lea-Marie schon klare Vorstellungen davon, was danach kommen soll. „Ich würde schon gern im Elldus Resort bleiben.“ Hier fühle sie sich wohl. Außerdem stehen da zwei tierische Kollegen im Stall, die ihr sehr am Herzen liegen.

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Alina und Laurence buzzern die Landingpage frei

Arbeiten, wo andere Urlaub machen – an den idyllischsten Orten, vor den schönsten Aussichten, in pulsierenden Großstädten. Ein Beruf in der Tourismusbranche macht genau das möglich.

Alina und Laurence, Auszubildende im Bilderberg Bellevue Hotel Dresden haben am 06. April 2022 gemeinsam mit Sebastian Hecht, Sächsisches Staatsministerium für Kultur und Tourismus, Manfred Böhme, LTV SACHSEN sowie ihrem Chef Sebastian Klink und HR-Managerin Lisa Barz die Landingpage zur Kampagne freigeschaltet. Ab sofort wird die Kampagne „Tourismustalente für Sachsen“ mit voller Kraft durchstarten.

Unter der Marke „Tourismustalente für Sachsen“ wird auf vielen Kanälen über die beruflichen Chancen im sächsischen Tourismus informiert. Nicht nur hier auf www.tourismustalente-sachsen.de werden Infos rund um die Berufsausbildung im Tourismus eingestellt, sondern auch auf Instagram und Facebook. Immer im Mittelpunkt – die Jugendlichen selbst. So erzählen Nachwuchsköche, frischgebackene Restaurantfachleute und angehende Kaufleute für Tourismus und Freizeit in kurzweiligen Videoclips, was sie an ihren Ausbildungen begeistert und warum sie ihre Zukunft im sächsischen Tourismus sehen.

„Für herausragenden Service in der Tourismusbranche bedarf es hochqualifizierter Fachkräfte, die einen Tourismusberuf mit voller Leidenschaft nachgehen. Genau diese Tourismustalente wollen wir mit unserer Kampagne gewinnen, indem wir sie gezielt analog und digital ansprechen, über Berufsbilder informieren und etwa wichtige Bewerbungstipps geben. Ich freue mich auf den Start der Kampagne und hoffe, dass wir nicht nur Nachwuchskräfte gewinnen, sondern auch junge Talente langfristig für einen Beruf in der Tourismusbranche voller Zukunftsperspektiven binden können“,
sagt Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch.

Weiterhin wurde das vom DEHOGA Sachsen entwickelte Format der „AZUBI-Dinner“ ausgebaut. Die Teilnehmer haben bei den Veranstaltungen die Möglichkeit, Berufe kennenzulernen und unmittelbar Kontakte zu potenziellen Ausbildungsbetrieben zu bekommen.

Die Initiative „Tourismustalente für Sachsen“ wird begleitet und unterstützt von einem Bündnis aus LTV SACHSEN, DEHOGA Sachsen, den sächsischen Industrie- und Handelskammern, der Jugendberufsagentur und dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Ziel ist es, die Vielfalt und Attraktivität der Berufe im Tourismus wieder stärker ins Bewusstsein der jungen Menschen zu bringen.

Team-Challenge zwischen Töpfen und Deckeln

Von der Entdeckung der Liebe zu deutschem Gulasch

In Vietnam hätte Duc Trung Puis nicht Koch werden können. In Leipzig nutzt er nun seine Chance.

Die Sache mit dem Brot war neu für ihn. Nudeln und Reis essen die Menschen in Vietnam häufig. Aber Brot? „Das ist schon ein großer Unterschied zwischen meiner Heimat und Deutschland“, sagt Duc Trung Puis. „Hier wird sehr viel Brot gegessen.“ Im August 2021 hat er seine Ausbildung zum Koch bei der fairgourmet GmbH in Leipzig begonnen. Dass es einmal dieser Beruf werden soll, war schon lange klar für ihn. Seine Eltern haben ein Restaurant in Vietnam. Eine Ausbildung zum Koch, wie sie in Deutschland existiert, gibt es in dem asiatischen Land jedoch nicht. Also startete Duc Trung Puis ins Koch-Abenteuer mitten in Europa. 

In den vergangenen Monaten hat der 24-Jährige schon viel Wissen über Lebensmittel gesammelt und was er mit ihnen beim Kochen anstellen kann. „Eierspeisen standen zum Beispiel bereits auf dem Plan“, erzählt er. Er hat gelernt, wie das Portionieren und Anrichten auf den Tellern funktioniert und welche Schneidetechniken es gibt, damit die Speisen auch in mundgerechtem und ansehnlichem Zustand beim Gast landen. Vietnamesisches Essen sei oftmals sauer oder scharf. Deutsche Geschmacksnerven, das hat er ebenfalls bereits verstanden, ticken da anders. „Die Leute hier mögen es sehr salzig“, schildert er seine Eindrücke nach dem Probieren der hier typischen Gerichte. Deutsch zu kochen heiße oft, mit viel Fett und viel Kartoffeln. Allerdings – für Gulasch und Spagetti habe er selbst schon eine kleine Schwäche entwickelt, gibt er mit einem Lächeln zu.

Wochenendarbeit ist kein Ausschlussgrund

Duc Trung Puis ist nicht der erste vietnamesische Auszubildende bei der fairgourmet GmbH. „Wir freuen uns, dass die ausländischen Kolleginnen und Kollegen bei uns sind“, sagt Detlef Knaack, Geschäftsführender Direktor des Unternehmens, das Messen, Kongresse oder auch Tagungen mit frisch zubereiteten Speisen versorgt. Die Branche stünde vor einem Problem. Während er wenig Schwierigkeiten hätte, Ausbildungsplätze im kaufmännischen Bereich zu besetzen, fehle es an künftigen Köchinnen und Köchen. „Auch im Service möchten heute leider nur noch wenige lernen“, fügt er hinzu. Dabei sei gerade die Arbeit in der Küche abwechslungsreich. „Und mit dem Abschluss stehen danach verschiedenste Möglichkeiten offen.“ Wer will, könne damit die Welt bereisen und sein Wissen in fremdländischen Küchen verfeinern.

Knaack hofft, dass sich in Zukunft wieder mehr junge Leute finden, die Interesse an dem Beruf haben, aufgeweckt sind und gern im Team arbeiten. „Viele schreckt sicherlich die Aussicht, dass auch am Wochenende oder an Feiertagen nicht immer frei ist.“ Doch dafür gäbe es Ausgleich an anderen Wochentagen, was durchaus seine Vorteile hätte.

Blick über den Tellerrand

Duc Trung Puis bekommt bei fairgourmet nicht nur die Standardausbildung. Dem Unternehmen ist es wichtig, dass seine Auszubildenden auch über den sprichwörtlichen Tellerrand hinausblicken. Regelmäßig findet deshalb die Ausbildungsakademie statt, die Softskills vermitteln soll. „Wir müssen uns immer fragen, was können wir für eine gute Bindung zu unseren Auszubildenden tun“, erklärt Knaack das Anliegen dieses Angebots. Geld allein wäre heute nicht mehr das alleinige Kriterium, wonach sich Menschen letztendlich für eine Arbeitsstelle entscheiden. „Wir hoffen ja, dass möglichst viele nach ihrem Abschluss auch bei uns arbeiten wollen.“

Für den jungen Vietnamesen wird es erst einmal Deutschland bleiben, wenn er in zwei Jahren fertig ist, sagt er. „Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass ich irgendwann zurückkehre und im Restaurant meiner Eltern mitarbeite.“ Bis dahin gilt es vor allem, mit der deutschen Sprache noch besser umgehen zu können. „Ich weiß ja, dass ich auch mit meinen vietnamesischen Kollegen lieber Deutsch sprechen sollte, um zu üben. Aber das fällt natürlich schwer.“ Zumindest kulinarisch zelebrieren sie an manchen Feierabenden die heimatliche Kultur ganz ohne schlechtes Gewissen. Dann wird gemeinsam vietnamesisch gekocht – scharf und sauer und mit wenig Salz. 

Köchin / Koch – ein Blick hinter die Kulissen

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Praktische Tipps für deine Bewerbung

Deine Bewerbung: So klappt es mit dem Ausbildungsplatz!

Der Cursor blinkt, der Cursor blinkt, der Cursor blinkt… Aber leider weißt du gar nicht, was du jetzt eigentlich tippen sollst. Wie um Himmels Willen schreibt man denn bitte schön eine Bewerbung? Auch wenn das irgendwann vielleicht mal Thema im Deutschunterricht war – im Moment bist du nur ratlos. Keine Panik! Hier kommen Tipps für dich, wie du auch diese Challenge meisterst! 

Schritt 1: Finde heraus, wer deine Bewerbung überhaupt bekommt!

Wenn du deine favorisierte Ausbildungsstelle in einer der zahlreichen Lehrstellenbörsen bereits gefunden hast, ist es einfach. Dort ist dein Ansprechpartner oder deine Ansprechpartnerin im Ausbildungsbetrieb in den meisten Fällen bereits namentlich erwähnt. Sollte das nicht der Fall sein, fass dir ein Herz und greife zum Telefon. Stell dich höflich vor und erkläre, warum du anrufst: Gibt es jemanden, an die oder den du deine Bewerbungsunterlagen direkt senden kannst? Sicherlich helfen dir die Menschen am anderen Ende der Leitung gern weiter. Und noch ein Tipp: Achte auf die richtige Schreibung des Namens. Es wird peinlich, wenn du bei der Anrede gleich den Namen falsch schreibst.

Es gibt eine Firma, bei der du gern eine Ausbildung machen willst, doch Stellen dafür sind gerade nicht ausgeschrieben? Auch das ist noch kein Problem. Frage telefonisch nach, ob das Unternehmen bald wieder ausbildet oder ob du dich vielleicht sogar initiativ bewerben kannst, das heißt, ohne dass eine Lehrstelle offiziell zu haben ist. Getrau dich, vielleicht wartet die Firma gerade auf dich!

Schritt 2: Old school oder digital – deine Bewerbungsunterlagen

Die traditionsreiche Bewerbungsmappe hat in einigen Ausbildungsbetrieben schon ausgedient. Dort wird eine digitale Bewerbung gewünscht. Andere setzen weiterhin auf die gedruckte Variante. Deine erste Aufgabe deshalb: Finde heraus, was das Unternehmen favorisiert. Wenn du unsicher bist, frage am besten telefonisch nach. Auf jeden Fall gibt es bei beiden Varianten Dinge, auf die du achten solltest. Für alles gilt: Die Bewerbungsunterlagen sind deine Visitenkarte. Also hinterlasse einen guten Eindruck!

Zur klassischen Mappe gehört ein Anschreiben, das wie ein Brief formuliert ist. Darin solltest du deutlich machen, warum gerade du die Lehrstelle bekommen solltest. Überzeuge mit einem aussagekräftigen Text zu deiner Motivation und vergiss die Unterschrift darunter nicht. Ebenfalls rein gehören ein Deckblatt mit aktuellem Foto (hinten mit Namen beschriften), ein Lebenslauf (ebenfalls unterschreiben), Anlagen wie Zeugnisse oder Praktikumsbestätigungen und eventuell ein frankierter Rückumschlag, in dem die Firma dir die Mappe zurücksenden kann. Absolute No-Gos: Klarsichthüllen, Tacker und Büroklammern. Bitte weglassen!  

Eine digitale Bewerbung klingt erst einmal simpler, hat aber auch ihre Tücken. Achte auf eine aussagekräftige Betreffzeile, zum Beispiel „Bewerbung Susanne Mustermann“. Alle Dateianhänge wie Zeugnisse, Praktikumsbestätigungen etc. sollten gängige Formate wie pdf, jpg oder png sein – Datei-größe beachten! Deine Mailadresse lautet „hasimausi0815“? Keine gute Idee! Leg dir für die Bewerbung dringend eine Adresse mit einer Kombination aus deinem Vor- und Nachnamen zu. Bevor du die Mail an das Unternehmen schickst, sende eine Testmail an Familie oder Freunde. Dann können sie dir Feedback zum Inhalt geben, dich auf Fehler hinweisen und gleich checken, ob sich alle Anhänge auch öffnen lassen.

Schritt 3: Immer dieser erste Eindruck – das Bewerbungsgespräch

Ja, es ist ein abgedroschenes Sprichwort: Der erste Eindruck zählt! Aber es stimmt in diesem Fall nun mal hundertprozentig. Wenn du zum Bewerbungsgespräch eingeladen wirst, dann zählt genau dieser Termin, um das Unternehmen von dir zu überzeugen. Ein guter Rat deshalb: Übe die Bewerbungssituation in einem Rollenspiel mit deinen Eltern, Freunden oder auch mit deinem Lehrer oder deiner Lehrerin. Häufig gestellte Fragen in Bewerbungsgesprächen kannst du zuhauf im Internet finden.

Bereite dich gut vor, lies dir deine Bewerbungsunterlagen noch einmal durch und informiere dich über die Firma, für die du arbeiten möchtest. Gern stellen Personalverantwortliche auch mal die Frage, was du denn über den Betrieb schon weißt. Schweigen wäre an dieser Stelle alles andere als hilfreich. Ansonsten sei freundlich, lächle, zeige Interesse und vor allem: Sei du selbst! Schließlich wollen die Leute dich kennenlernen und keine Fake-Kopie von dir.

Lass uns noch kurz über das Outfit für deinen großen Tag sprechen. Schick sollte es sein, aber nicht allzu verkleidet wirken. Du musst dich wohlfühlen. Schlapperige Jeans, Basecap oder Oversize-Shirt bitte zu Hause im Kleiderschrank lassen. Auch Piercings, Tattoos oder Kaugummis im Mund schrecken Personalverantwortliche ab. Zum gepflegten Äußeren gehören außerdem ordentlich gekämmte Haare und saubere Fingernägel. 

Wenn du dich an diese Tipps hältst, sollte die Bewerbung für dich kein Problem sein. 
Also: Hinsetzen und losschreiben!