Zahlenjongleurin im Wellness-Tempel

Erzieherin wollte Sophia Krahl ursprünglich einmal werden. Aber es kam anders. Heute managt sie entspannte Auszeiten für ihre Gäste. 

Abschalten beim Hotel-Urlaub? Sophia Krahl gibt zu, dass sie das immer wieder vor eine Herausforderung stellt. Dabei arbeitet die 19-Jährige selbst in einem. „Berufskrankheit“, sagt sie und lacht. So richtig entspannen könne sie nicht, wenn sie in einem anderen Haus zu Gast ist. Werden die Hygienestandards eingehalten? Wie ist der Kontakt zum Kunden? Sie achtet berufsbedingt einfach auf alles. „Das passiert mir sogar schon, wenn ich abends in ein Restaurant gehe“, gesteht sie. Familie und Freunde nerve das schon manchmal.

Seit wenigen Wochen hat sie ihren Abschluss als Hotelkauffrau in der Tasche. Wer heute die gleiche Ausbildung wie sie beginnt, würde sich danach Kauffrau für Hotelmanagement nennen. Auch wenn es in Zukunft anders heißt, die Inhalte bleiben. „Zahlen müssen einem in diesem Beruf schon liegen“, sagt Sophia Krahl. Warenwirtschaft, Controlling, Inventarlisten, Bilanzen – nach drei Jahren Ausbildung schocken sie solche Begriffe nicht mehr. „Mich hat das interessiert und das war gut so.“ Das Interesse müsse da sein, sonst verliere man in der Ausbildung schnell den Überblick.

Wunschlos glückliche Gäste

Dabei war lange gar nicht klar, dass Sophia mal in einem Hotel arbeiten würde. Als Erzieherin hatte sie sich irgendwann einmal gesehen. Als sie einen Ausbildungsplatz sucht, stößt sie im Internet auf eine Anzeige des SCHUMANN HOTELS, RESTAURANT und SPA- TEMPEL GmbH, im sächsischen Kirschau. Ein paar Tage kommt sie zum Probearbeiten – und ihr gefällt, was sie da tut. „Eigentlich hatte ich mich als Hotelfachfrau beworben, aber dann kam der Vorschlag von Seiten des Hotels, dass ich auch Hotelkauffrau werden könnte.“ Sie sagt zu.

Im August 2019 beginnt die Lehre. Wenige Monate später ist Lockdown, die Welt mitten in der Pandemie. „Da standen natürlich alle vor einer Herausforderung“, erinnert sich Sophia. Das Leben änderte sich. Sie war froh, dass sie auf Arbeit immer noch zu tun hatte, die Zeit mit Sinnvollem verbringen konnte. „Das war eine sehr lehrreiche Zeit und hat das Team im Haus eng zusammengeschweißt.“ In die verschiedensten Bereiche des Hotels schnuppert sie während der Ausbildung hinein. Besonders schätzt sie den Kontakt zu den Gästen. Sie ist gern am Empfang, mag es, die Gäste auf einem ersten Rundgang durchs Haus zu begleiten. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn wir ihnen hier eine schöne Zeit bereiten, ihnen Wünsche erfüllen und unsere Gäste rundum begeistern können.“ Zufriedene Gesichter seien dann das größte Lob.

Wenn die Welt lockt

Die Umstellung von Schule auf Ausbildung sei anfangs nicht einfach gewesen. „Bis dato hatte ich, außer mit Mitschülern und Lehrern, nicht großartig mit anderen Menschen zu tun.“ Im Hotel war das von heute auf morgen anders. Dort lerne sie jeden Tag neue Leute kennen. „Das ist das Tolle an dem Beruf, man wächst über sich hinaus, bekommt Selbstbewusstsein.“ Mit eventueller Kritik hat sie ebenfalls gelernt umzugehen. Dass sich ein Gast beschwert, komme aber zum Glück selten vor. „Aber aus solchen Dingen können wir alle nur lernen und am Ende besser werden.“

Auch mit dem Abschluss in der Tasche wird Sophia Krahl erst einmal im SCHUMANN HOTEL bleiben. Sie weiß natürlich, dass ihr mit diesem Beruf sprichwörtlich die Welt offensteht. Überall kann sie nun in Hotels arbeiten. „Österreich würde mich reizen, weil ich auch privat sehr gern in diesem Land bin und gut mit der dortigen Mentalität zurechtkomme.“ Aber das hat noch Zeit. Jetzt konzentriere sie sich erst einmal voll auf ihre Aufgabe in Kirschau.

Dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen – für Sophia ist das kein Problem. „Ich wusste ja, worauf ich mich einlasse.“ Schließlich seien es auch die Gäste, die für ganz besondere Momente sorgen. „Wenn sich jemand beim zweiten Besuch nach einem Jahr noch an meinen Namen erinnert, das ist das größte Kompliment.“

Kauffrau/-mann für Hotelmanagement – ein Blick hinter die Kulissen

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Medizin gegen das Reisefieber

Die Sommerurlaube bei den Großeltern in Dänemark entfachten bei Lysann Löbel die Lust auf ferne Länder. Nach ihrer Ausbildung schickt sie nun andere ins Abenteuer. 

Lysann Löbel entdeckt andere Länder. Nahezu jeden Tag ist sie woanders unterwegs, mal mit dem Flugzeug, mal mit dem Kreuzfahrtschiff. Einen Koffer nimmt sie allerdings nie mit. Für ihre Erkundungstouren muss sie ihren Schreibtisch in Meißen nämlich gar nicht verlassen. Die junge Frau sorgt dafür, dass andere Menschen einen schönen Urlaub haben. Bis Juli 2021 absolvierte sie eine Ausbildung zur Tourismuskauffrau für Privat- und Geschäftsreisen bei der Meissen-Tourist GmbH. Ein Gewinn auch für die private Reiselust.

Einen Großteil ihrer Lehre fiel in eine Zeit, als die Menschen eher zögerlich beim Reisen waren, eben mitten in die Pandemie. „Aktuell merken wir, dass die Leute einfach wieder unterwegs sein wollen“, schildert Lysann Löbel. Sie betreut vor allem die Reisen nach Slowenien, Ungarn, Kroatien und in die Slowakei. „Oder auch die Flusskreuzfahrten, die stark nachgefragt werden.“ Dass sie immer nur die Auszeiten anderer koordiniert, ist für sie kein Problem. „Das ist doch toll, wenn man die Urlaube für seine Mitmenschen planen kann und weiß, dass sie dann eine schöne Zeit haben.“

Tipps für das eigene Leben

Mit ihrer Familie ist sie in der Kindheit eher selten in ferne Gefilde gereist. Aber die Großeltern, die zogen irgendwann nach Dänemark und der Sommerurlaub dort war immer ein Highlight. Die andere Sprache, das andere Lebensgefühl – das faszinierte Lysann schon in der Jugendzeit. Später absolviert sie deshalb ein Praktikum bei Meissen-Tourist, darf während dieser Zeit Recherchieren, sich mit Inhalten für Kataloge und Webseiten beschäftigen oder die Buchungsmaske bearbeiten. „Da habe ich gemerkt, dass ich das später gern beruflich machen möchte.“

Reisebegeistert müsse man für den Job schon sein und ein Interesse für Geografie ist hilfreich. „Englischkenntnisse sind ansonsten sehr gut“, erzählt sie. Denn oft muss sie mit ausländischen Dienstleistern sprechen. Zweimal pro Jahr begleitet sie selbst Reisen, zuletzt nach Kroatien. 

Ansonsten bereitet sie solche Fahrten lediglich vor. Stellt für die Reisebegleitung wichtige Informationen zusammen, managt Zeiten, informiert Hotels oder koordiniert die Fahrt zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten. „Bei jeder Reiseplanung bilde ich mich selbst ein bisschen fort“, sagt sie. Bei manchen Orten denke sie dann auch manchmal: „Wow, ist das gigantisch.“ Das landet dann gleich auf der privaten Favoritenliste für spätere Urlaube.

Traumziel Skandinavien

Für Reisekataloge und Internetseiten stellt Lysann Informationen über die Länder und die Ziele zusammen, sucht Fotos heraus, schreibt Texte. Die müssen sitzen, schließlich sollen die Menschen in kurzen Texten möglichst viele Eindrücke von dem erhalten, was sie erwartet. Die junge Frau füttert aber auch das Buchungssystem mit notwendigen Daten. „Eigentlich ist kein Tag wie der andere. Langweilig wird es mir definitiv nicht.“

Für Urlaub hat sie trotzdem noch Zeit. Dann verreist sie gern mit einer Freundin, die die gleiche Ausbildung absolvierte. Skandinavien ist Lysanns großer Traum, nicht nur für eigene Reisen. „Ich würde mich auch gern hier im Reisebüro um die Länder im Norden kümmern“, gibt sie zu. Die seien absolut faszinierend. Bis es so weit ist, erforscht sie die verschiedenen Ecken der Erde jeden Tag ein bisschen mehr. „Ich lerne die Welt zumindest auf der Karte sehr gut kennen.“

Tourismuskaufmann/-frau für Privat- und Geschäftsreisen – ein Blick hinter die Kulissen

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Spaß mit System

Ausbildung unter Palmen

In seiner Lehre kann Nico Ewald gleich mehrere Dinge ausprobieren: Küche, Kasse, Catering. Am liebsten aber, sorgt er für Entschleunigung bei seinen Gästen.

Der Arbeitsweg von Nico Ewald gleicht manchmal einer Safari. Dann geht es vorbei an Elefanten, an großen und kleinen Affen und an grazilen Giraffen. Der 25-Jährige lebt aber nicht in Afrika – sondern in Leipzig. Sein Arbeitsort ist allerdings ein ganz Besonderer. Seit 2020 macht er eine Ausbildung zum Fachmann für Systemgastronomie bei der Marché Mövenpick Deutschland GmbH. Dafür ist er im Restaurant Palmensaal tätig, mitten im Leipziger Zoo.

Eigentlich wollte Nico Ewald studieren und er hatte sogar schon angefangen, doch dann stellte er fest: Das Arbeiten liegt ihm mehr als das Sitzen im Hörsaal. „Ich war in einer Kundeninformation tätig und der Kontakt zu den Menschen lag mir sehr“, erinnert er sich. Also machte er einen neuen Plan für sein Leben, schaute sich an, welche Ausbildungsberufe in Frage kommen könnten. „Ich war dann zum Probetag bei Marché, durfte in der Speisenzubereitung und an der Kasse helfen.“ Plötzlich weiß er: Das will er werden, Fachmann für Systemgastronomie.

Wenn gutes Essen Entspannung bringt

Bei diesem Mammutwort denken viele an Fast-Food-Ketten oder Coffeeshops. Doch es gibt auch viele andere Unternehmen, deren Service einem hauseigenen Konzept folgt, das dann in jeder Filiale umgesetzt wird. Das bringt aber auch Besonderheiten mit sich, die Mitarbeitende kennen müssen. „Die Abläufe kennenzulernen, das war am Anfang das Wichtigste“, sagt der Auszubildende. Sein Aufgabenbereich ist abwechslungsreich und reicht von der Küche über den Service bis hin zur Kasse. Das Hineinschnuppern in unterschiedlichste Tätigkeiten sei unheimlich spannend, beschreibt Nico Ewald. In der Küche schneidet er Gemüse, bereitet Teig zu. Im Service hat er Kontakt mit den Gästen. „Letzteres macht mir aber besonders Freude.“

Wenn er möchte, könnte er später auch im Rechnungs- und Personalwesen arbeiten. Büro statt Restaurant? Aktuell kann sich das Nico Ewald nur schlecht vorstellen. „Ich bin wirklich gern direkt am Tisch bei den Gästen.“ Die sind im Zoo-Restaurant schon mal unter Zeitdruck, wollen schnell weiter, um im Tierpark noch möglichst viel zu sehen. Darauf muss sich Ewald bei seiner Arbeit einstellen. „Aber in solchen Momenten ist es am schönsten zu sehen, wenn sich ein Gast unter Zeitdruck letztlich doch bei gutem Essen entspannt und den Restaurantbesuch einfach genießt.“

Gute Karrierechancen nutzen

Die Erfahrung, die Nico Ewald heute sammelt, machte vor gut 15 Jahren auch Alexandra Vullo, heute Betriebsleiterin bei Marché Mövenpick im Zoo Leipzig. Sie stellte in der Lehre zur Fachfrau für Systemgastronomie fest, dass es sie vor allem in die Küche zieht. Über die Jahre übernahm sie im Unternehmen immer mehr Verantwortung. „Wer viel Freude an der Gastronomie hat und dazu noch Einsatzbereitschaft und Kreativität mitbringt, kann es in der Systemgastronomie weit bringen“, bestätigt sie. „Warum externe Mitarbeiter für Führungspositionen suchen, wenn man intern starke Leute von der Pike aufbauen kann.“

Darauf bereitet sich auch Nico Ewald vor. Er will nach seiner Ausbildung gern im Palmensaal bleiben. „Wir haben hier ein gutes Team, die Arbeit macht Spaß und natürlich ist der Arbeitsort eben auch etwas Besonderes.“ Jeden Tag, die Möglichkeit zu haben, Elefanten, Affen oder Giraffen zu sehen – ohne nach Afrika reisen zu müssen. Wer kann das schon über seinen Job sagen?

Fachfrau/-mann für Systemgastronomie – ein Blick hinter die Kulissen

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Sportlicher Job mit vier Hufen

Ausbildung im Pony-Sattel

Sport und die Liebe zum Pferd – im Elldus Resort Oberwiesenthal kann Lea-Marie diese Leidenschaften perfekt verbinden.

Bello unterm Tisch: Dass Leute ihren Hund mit auf Arbeit nehmen, ist in manchen Büros nichts Ungewöhnliches. Lea-Marie Spitzers Tiere sind allerdings ein bisschen größer: zwei Ponys. Trotzdem teilt sie mit ihnen nun ihre Arbeitstage. Die 19-Jährige hat im Sommer 2021 ihre Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau im Elldus Resort Oberwiesenthal begonnen. Nicht nur im Fitnessstudio oder im Wellnessbereich ist sie seitdem tätig. Viel Zeit verbringt sie auf dem ressorteigenen Ponyhof und erklärt Kindern das Reiten. Ihre beiden Pferde sind dabei.

Für Sportmuffel ist die Ausbildung eher nichts, sagt Lea-Marie ehrlich. „Spitzensportler oder Mitglied in einem Sportverein muss man dafür aber auch nicht sein.“ Sie selbst war allerdings schon vorher im Reitsport engagiert, hatte außerdem Erfahrungen im Kraftsport. Weil sie früher bereits als Minijobberin im Elldus Resort arbeitete, erschien ihr die Idee für die Lehre zur Sport- und Fitnesskauffrau attraktiv. „Es ist einfach ein sehr abwechslungsreicher Beruf. Das hat mich gereizt.“ Für ihren Ausbildungsbetrieb ist es eine Premiere. Erstmals bildet er dieses Berufsbild aus. In Sachen Berufsschule ist die Lage in Sachsen aktuell noch übersichtlich. „Die Theorieausbildung mache ich in Riesa“, erzählt die Auszubildende. Die einzige Möglichkeit, die es dafür im Freistaat gibt.

Gedankenreisen und heiße Zeiten

Schwerpunkt von Lea-Maries Arbeit ist aktuell der Reitunterricht für die Kinder, die zusammen mit ihren Eltern im Elldus Resort Urlaub machen. „Die meisten saßen vorher noch nie auf einem Pferd“, berichtet sie. An der Longe führt sie das Pony in solch einem Fall. Beim Gedankenausritt, einer speziellen Übung, reiten die Kinder mittels Vorstellungskraft über Felder, Wiesen und durch Wälder. Spielerisch lernen sie so Sicherheit im Sattel. „Ich bin immer überrascht, wie schnell Kinder so etwas umsetzen können und Fortschritte machen.“ Aber auch Kinder aus der Region kommen zum Unterricht in den ressorteigenen Stall.

Die Arbeit dort bedeutet aber auch, dass sich Lea-Marie um die Pferde kümmern muss. Das ist aufwendig – trotzdem bleibt noch genug Zeit, um auch die eigenen Vierbeiner zu umsorgen. Vorher waren sie viele Jahre in einem anderen Stall untergebracht. „Jetzt genieße ich es, sie so nah bei mir zu haben“, sagt Lea-Marie. Neben der Tätigkeit auf dem Ponyhof ist sie aber auch in anderen Bereichen des Unternehmens eingesetzt. Im Fitnessstudio und im Spa-Bereich, wo sie für erholsame Aufgüsse in der heißen Sauna sorgt, oder bei Wanderungen für die Gäste. „Die Menschen in Bewegung zu bringen und gleichzeitig für ihre Erholung zu sorgen – das ist doch eine spannende Kombination.“

Ponyhof schlägt Weltenbummel

Langweilig, das hat Lea-Marie schon gemerkt, wird die Arbeit nicht. Dafür ist die Sport- und Fitnesswelt auch viel zu sehr im Wandel. Immer wieder gibt es neue Trends, die es zu entdecken gibt. Passen neue Fitnesskurs-Angebote zur Kundschaft? Sind die Trainingsgeräte für die Hotelgäste geeignet? Fragen, die die junge Frau in Zukunft immer im Blick haben muss. „Als Couchpotato wäre ich hier auf jeden Fall fehl am Platz.“ Ausruhen ist nicht.

Trotzdem empfindet sie das alles nicht als Belastung, als Stress. Die Ausbildung mache großen Spaß. „Und ich sitze fast jeden Tag selbst im Sattel, das ist schon toll.“ Noch hat sie zwei Jahre Zeit, um während der Lehre noch mehr Seiten des Jobs zu entdecken. Obwohl sie mit ihrem Abschluss auch in Hotels oder Sportstudios in der ganzen Welt arbeiten könnte, hat Lea-Marie schon klare Vorstellungen davon, was danach kommen soll. „Ich würde schon gern im Elldus Resort bleiben.“ Hier fühle sie sich wohl. Außerdem stehen da zwei tierische Kollegen im Stall, die ihr sehr am Herzen liegen.

Sport- und Fitnesskauffrau / -mann – ein Blick hinter die Kulissen

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Alina und Laurence buzzern die Landingpage frei

Arbeiten, wo andere Urlaub machen – an den idyllischsten Orten, vor den schönsten Aussichten, in pulsierenden Großstädten. Ein Beruf in der Tourismusbranche macht genau das möglich.

Alina und Laurence, Auszubildende im Bilderberg Bellevue Hotel Dresden haben am 06. April 2022 gemeinsam mit Sebastian Hecht, Sächsisches Staatsministerium für Kultur und Tourismus, Manfred Böhme, LTV SACHSEN sowie ihrem Chef Sebastian Klink und HR-Managerin Lisa Barz die Landingpage zur Kampagne freigeschaltet. Ab sofort wird die Kampagne „Tourismustalente für Sachsen“ mit voller Kraft durchstarten.

Unter der Marke „Tourismustalente für Sachsen“ wird auf vielen Kanälen über die beruflichen Chancen im sächsischen Tourismus informiert. Nicht nur hier auf www.tourismustalente-sachsen.de werden Infos rund um die Berufsausbildung im Tourismus eingestellt, sondern auch auf Instagram und Facebook. Immer im Mittelpunkt – die Jugendlichen selbst. So erzählen Nachwuchsköche, frischgebackene Restaurantfachleute und angehende Kaufleute für Tourismus und Freizeit in kurzweiligen Videoclips, was sie an ihren Ausbildungen begeistert und warum sie ihre Zukunft im sächsischen Tourismus sehen.

„Für herausragenden Service in der Tourismusbranche bedarf es hochqualifizierter Fachkräfte, die einen Tourismusberuf mit voller Leidenschaft nachgehen. Genau diese Tourismustalente wollen wir mit unserer Kampagne gewinnen, indem wir sie gezielt analog und digital ansprechen, über Berufsbilder informieren und etwa wichtige Bewerbungstipps geben. Ich freue mich auf den Start der Kampagne und hoffe, dass wir nicht nur Nachwuchskräfte gewinnen, sondern auch junge Talente langfristig für einen Beruf in der Tourismusbranche voller Zukunftsperspektiven binden können“,
sagt Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch.

Weiterhin wurde das vom DEHOGA Sachsen entwickelte Format der „AZUBI-Dinner“ ausgebaut. Die Teilnehmer haben bei den Veranstaltungen die Möglichkeit, Berufe kennenzulernen und unmittelbar Kontakte zu potenziellen Ausbildungsbetrieben zu bekommen.

Die Initiative „Tourismustalente für Sachsen“ wird begleitet und unterstützt von einem Bündnis aus LTV SACHSEN, DEHOGA Sachsen, den sächsischen Industrie- und Handelskammern, der Jugendberufsagentur und dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Ziel ist es, die Vielfalt und Attraktivität der Berufe im Tourismus wieder stärker ins Bewusstsein der jungen Menschen zu bringen.

Team-Challenge zwischen Töpfen und Deckeln

Von der Entdeckung der Liebe zu deutschem Gulasch

In Vietnam hätte Duc Trung Puis nicht Koch werden können. In Leipzig nutzt er nun seine Chance.

Die Sache mit dem Brot war neu für ihn. Nudeln und Reis essen die Menschen in Vietnam häufig. Aber Brot? „Das ist schon ein großer Unterschied zwischen meiner Heimat und Deutschland“, sagt Duc Trung Puis. „Hier wird sehr viel Brot gegessen.“ Im August 2021 hat er seine Ausbildung zum Koch bei der fairgourmet GmbH in Leipzig begonnen. Dass es einmal dieser Beruf werden soll, war schon lange klar für ihn. Seine Eltern haben ein Restaurant in Vietnam. Eine Ausbildung zum Koch, wie sie in Deutschland existiert, gibt es in dem asiatischen Land jedoch nicht. Also startete Duc Trung Puis ins Koch-Abenteuer mitten in Europa. 

In den vergangenen Monaten hat der 24-Jährige schon viel Wissen über Lebensmittel gesammelt und was er mit ihnen beim Kochen anstellen kann. „Eierspeisen standen zum Beispiel bereits auf dem Plan“, erzählt er. Er hat gelernt, wie das Portionieren und Anrichten auf den Tellern funktioniert und welche Schneidetechniken es gibt, damit die Speisen auch in mundgerechtem und ansehnlichem Zustand beim Gast landen. Vietnamesisches Essen sei oftmals sauer oder scharf. Deutsche Geschmacksnerven, das hat er ebenfalls bereits verstanden, ticken da anders. „Die Leute hier mögen es sehr salzig“, schildert er seine Eindrücke nach dem Probieren der hier typischen Gerichte. Deutsch zu kochen heiße oft, mit viel Fett und viel Kartoffeln. Allerdings – für Gulasch und Spagetti habe er selbst schon eine kleine Schwäche entwickelt, gibt er mit einem Lächeln zu.

Wochenendarbeit ist kein Ausschlussgrund

Duc Trung Puis ist nicht der erste vietnamesische Auszubildende bei der fairgourmet GmbH. „Wir freuen uns, dass die ausländischen Kolleginnen und Kollegen bei uns sind“, sagt Detlef Knaack, Geschäftsführender Direktor des Unternehmens, das Messen, Kongresse oder auch Tagungen mit frisch zubereiteten Speisen versorgt. Die Branche stünde vor einem Problem. Während er wenig Schwierigkeiten hätte, Ausbildungsplätze im kaufmännischen Bereich zu besetzen, fehle es an künftigen Köchinnen und Köchen. „Auch im Service möchten heute leider nur noch wenige lernen“, fügt er hinzu. Dabei sei gerade die Arbeit in der Küche abwechslungsreich. „Und mit dem Abschluss stehen danach verschiedenste Möglichkeiten offen.“ Wer will, könne damit die Welt bereisen und sein Wissen in fremdländischen Küchen verfeinern.

Knaack hofft, dass sich in Zukunft wieder mehr junge Leute finden, die Interesse an dem Beruf haben, aufgeweckt sind und gern im Team arbeiten. „Viele schreckt sicherlich die Aussicht, dass auch am Wochenende oder an Feiertagen nicht immer frei ist.“ Doch dafür gäbe es Ausgleich an anderen Wochentagen, was durchaus seine Vorteile hätte.

Blick über den Tellerrand

Duc Trung Puis bekommt bei fairgourmet nicht nur die Standardausbildung. Dem Unternehmen ist es wichtig, dass seine Auszubildenden auch über den sprichwörtlichen Tellerrand hinausblicken. Regelmäßig findet deshalb die Ausbildungsakademie statt, die Softskills vermitteln soll. „Wir müssen uns immer fragen, was können wir für eine gute Bindung zu unseren Auszubildenden tun“, erklärt Knaack das Anliegen dieses Angebots. Geld allein wäre heute nicht mehr das alleinige Kriterium, wonach sich Menschen letztendlich für eine Arbeitsstelle entscheiden. „Wir hoffen ja, dass möglichst viele nach ihrem Abschluss auch bei uns arbeiten wollen.“

Für den jungen Vietnamesen wird es erst einmal Deutschland bleiben, wenn er in zwei Jahren fertig ist, sagt er. „Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass ich irgendwann zurückkehre und im Restaurant meiner Eltern mitarbeite.“ Bis dahin gilt es vor allem, mit der deutschen Sprache noch besser umgehen zu können. „Ich weiß ja, dass ich auch mit meinen vietnamesischen Kollegen lieber Deutsch sprechen sollte, um zu üben. Aber das fällt natürlich schwer.“ Zumindest kulinarisch zelebrieren sie an manchen Feierabenden die heimatliche Kultur ganz ohne schlechtes Gewissen. Dann wird gemeinsam vietnamesisch gekocht – scharf und sauer und mit wenig Salz. 

Köchin / Koch – ein Blick hinter die Kulissen

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Praktische Tipps für deine Bewerbung

Deine Bewerbung: So klappt es mit dem Ausbildungsplatz!

Der Cursor blinkt, der Cursor blinkt, der Cursor blinkt… Aber leider weißt du gar nicht, was du jetzt eigentlich tippen sollst. Wie um Himmels Willen schreibt man denn bitte schön eine Bewerbung? Auch wenn das irgendwann vielleicht mal Thema im Deutschunterricht war – im Moment bist du nur ratlos. Keine Panik! Hier kommen Tipps für dich, wie du auch diese Challenge meisterst! 

Schritt 1: Finde heraus, wer deine Bewerbung überhaupt bekommt!

Wenn du deine favorisierte Ausbildungsstelle in einer der zahlreichen Lehrstellenbörsen bereits gefunden hast, ist es einfach. Dort ist dein Ansprechpartner oder deine Ansprechpartnerin im Ausbildungsbetrieb in den meisten Fällen bereits namentlich erwähnt. Sollte das nicht der Fall sein, fass dir ein Herz und greife zum Telefon. Stell dich höflich vor und erkläre, warum du anrufst: Gibt es jemanden, an die oder den du deine Bewerbungsunterlagen direkt senden kannst? Sicherlich helfen dir die Menschen am anderen Ende der Leitung gern weiter. Und noch ein Tipp: Achte auf die richtige Schreibung des Namens. Es wird peinlich, wenn du bei der Anrede gleich den Namen falsch schreibst.

Es gibt eine Firma, bei der du gern eine Ausbildung machen willst, doch Stellen dafür sind gerade nicht ausgeschrieben? Auch das ist noch kein Problem. Frage telefonisch nach, ob das Unternehmen bald wieder ausbildet oder ob du dich vielleicht sogar initiativ bewerben kannst, das heißt, ohne dass eine Lehrstelle offiziell zu haben ist. Getrau dich, vielleicht wartet die Firma gerade auf dich!

Schritt 2: Old school oder digital – deine Bewerbungsunterlagen

Die traditionsreiche Bewerbungsmappe hat in einigen Ausbildungsbetrieben schon ausgedient. Dort wird eine digitale Bewerbung gewünscht. Andere setzen weiterhin auf die gedruckte Variante. Deine erste Aufgabe deshalb: Finde heraus, was das Unternehmen favorisiert. Wenn du unsicher bist, frage am besten telefonisch nach. Auf jeden Fall gibt es bei beiden Varianten Dinge, auf die du achten solltest. Für alles gilt: Die Bewerbungsunterlagen sind deine Visitenkarte. Also hinterlasse einen guten Eindruck!

Zur klassischen Mappe gehört ein Anschreiben, das wie ein Brief formuliert ist. Darin solltest du deutlich machen, warum gerade du die Lehrstelle bekommen solltest. Überzeuge mit einem aussagekräftigen Text zu deiner Motivation und vergiss die Unterschrift darunter nicht. Ebenfalls rein gehören ein Deckblatt mit aktuellem Foto (hinten mit Namen beschriften), ein Lebenslauf (ebenfalls unterschreiben), Anlagen wie Zeugnisse oder Praktikumsbestätigungen und eventuell ein frankierter Rückumschlag, in dem die Firma dir die Mappe zurücksenden kann. Absolute No-Gos: Klarsichthüllen, Tacker und Büroklammern. Bitte weglassen!  

Eine digitale Bewerbung klingt erst einmal simpler, hat aber auch ihre Tücken. Achte auf eine aussagekräftige Betreffzeile, zum Beispiel „Bewerbung Susanne Mustermann“. Alle Dateianhänge wie Zeugnisse, Praktikumsbestätigungen etc. sollten gängige Formate wie pdf, jpg oder png sein – Datei-größe beachten! Deine Mailadresse lautet „hasimausi0815“? Keine gute Idee! Leg dir für die Bewerbung dringend eine Adresse mit einer Kombination aus deinem Vor- und Nachnamen zu. Bevor du die Mail an das Unternehmen schickst, sende eine Testmail an Familie oder Freunde. Dann können sie dir Feedback zum Inhalt geben, dich auf Fehler hinweisen und gleich checken, ob sich alle Anhänge auch öffnen lassen.

Schritt 3: Immer dieser erste Eindruck – das Bewerbungsgespräch

Ja, es ist ein abgedroschenes Sprichwort: Der erste Eindruck zählt! Aber es stimmt in diesem Fall nun mal hundertprozentig. Wenn du zum Bewerbungsgespräch eingeladen wirst, dann zählt genau dieser Termin, um das Unternehmen von dir zu überzeugen. Ein guter Rat deshalb: Übe die Bewerbungssituation in einem Rollenspiel mit deinen Eltern, Freunden oder auch mit deinem Lehrer oder deiner Lehrerin. Häufig gestellte Fragen in Bewerbungsgesprächen kannst du zuhauf im Internet finden.

Bereite dich gut vor, lies dir deine Bewerbungsunterlagen noch einmal durch und informiere dich über die Firma, für die du arbeiten möchtest. Gern stellen Personalverantwortliche auch mal die Frage, was du denn über den Betrieb schon weißt. Schweigen wäre an dieser Stelle alles andere als hilfreich. Ansonsten sei freundlich, lächle, zeige Interesse und vor allem: Sei du selbst! Schließlich wollen die Leute dich kennenlernen und keine Fake-Kopie von dir.

Lass uns noch kurz über das Outfit für deinen großen Tag sprechen. Schick sollte es sein, aber nicht allzu verkleidet wirken. Du musst dich wohlfühlen. Schlapperige Jeans, Basecap oder Oversize-Shirt bitte zu Hause im Kleiderschrank lassen. Auch Piercings, Tattoos oder Kaugummis im Mund schrecken Personalverantwortliche ab. Zum gepflegten Äußeren gehören außerdem ordentlich gekämmte Haare und saubere Fingernägel. 

Wenn du dich an diese Tipps hältst, sollte die Bewerbung für dich kein Problem sein. 
Also: Hinsetzen und losschreiben!

Warum im Restaurant gute Schuhe extrem wichtig sind

Zwischen Teller-Jonglage und Mix-Marathon

Für den Beruf der Restaurantfachfrau* verließ Lan ihre vietnamesische Heimat.

Die Überraschung war kalt und glitzernd-weiß. Nur wenige Monate nach ihrem Ausbildungsbeginn im Elldus Resort im sächsischen Kurort Oberwiesenthal erlebte Quynh Lan Duong Ende 2020 einen Glücksmoment. Im Erzgebirge schneite es. „Ich hatte bis dahin noch nie Schnee gesehen. Das war wunderschön“, erzählt sie mit einem Lächeln. Eigentlich stammt die 21-jährige Lan aus Vietnam. Dass sie später gern in einem Restaurant arbeiten möchte, war schon während der Schulzeit in ihrer Heimat ihr Wunsch. „Ich wollte etwas machen, bei dem ich aktiv bin, wo ich nicht die ganze Zeit sitze“, erinnert sie sich. Die Idee, für die Ausbildung zur Restaurantfachfrau nach Deutschland zu gehen, reizte sie. Also bewarb sie sich.

Lan ist nicht die erste Auszubildende aus Vietnam, die im Elldus Resort arbeitet. Schon seit einigen Jahren bestehen gute Beziehungen in das asiatische Land. Insgesamt zehn Auszubildende sind es deshalb bis heute schon gewesen, die in diversen Bereichen des Unternehmens tätig sind. Lan fiel es, umgeben von Landsleuten, deshalb auch nicht schwer, sich schnell zurechtzufinden. „Wenn ich mal etwas nicht verstehe, helfen mir die Kollegen, auch die deutschen“, sagt sie. Sie fühle sich wohl im Team. Einen Trick hatte sie anfangs auch, als ihr die neue Sprache noch schwerfiel. „Der Google-Übersetzer auf dem Handy hat sehr geholfen.“

Ein Herz für Pommes

Heute ist alles viel leichter als noch zu Beginn. Gäste zu bedienen, zu servieren und Wein auszuschenken, das alles geht ihr heute problemlos von der Hand und macht ihr Freude. „Wenn sich die Gäste bei uns wohlfühlen, das ist wunderbar.“ Das Balancieren der Teller sei eine Herausforderung gewesen. Jetzt klappt es. Eines macht sie besonders gern. „An der Bar Cocktails zu mixen, das ist toll.“ Mit so manchen deutschen Gerichten musste sie sich aber erst einmal anfreunden. Vieles gibt es in Vietnam nicht. Ihre absolute deutsche Leibspeise: gegrilltes Rindfleisch mit Pommes Frites. 

Das Heimweh plagt Lan trotzdem manchmal, auch wenn sie zweimal pro Woche mit der Familie in Vietnam per Videochat verbunden ist. Personalmanagerin Jessica Rusch hat volles Verständnis dafür. „Im Januar/Februar wird das Tet-Fest gefeiert, das vietnamesische Neujahrsfest.“ Das Elldus Resort würde darauf achten, dass die ausländischen Mitarbeitenden möglichst frei haben in dieser Zeit. „Aber viele von ihnen waren durch Corona schon zwei Jahre nicht mehr zu Hause, da ist solch ein Fest natürlich auch mit Schwermut verbunden.“ Trotzdem entschieden sich in der Vergangenheit viele von ihnen, auch nach der Ausbildung in Deutschland zu bleiben. „Ein Teil bleibt bei uns, andere zieht es in die Großstädte.“

Sportlich unterwegs

2023 hat Lan ihre Abschlussprüfung. Auch sie wird wohl in Deutschland bleiben, sagt sie. Welche Tipps sie für künftige Auszubildende hat? „Praktisch und fleißig müssen sie sein und Teamarbeit mögen.“ Und auch mit Spät- oder Wochenenddiensten kein Problem haben dürfen. Klar, seien solche Dienste auch manchmal hart. „Aber das gehört eben dazu.“ Das Wichtigste an langen Tagen wären aber die richtigen Schuhe an den Füßen. Mit dünnen Ballerina-Schuhen oder Schlappen kommt man nicht weit. „Sportschuhe sind die richtige Wahl“, sagt Lan.

Jessica Rusch weiß, es ist in der Vergangenheit immer schwieriger geworden, Auszubildende für diesen Beruf zu begeistern. „Aber eines hat Corona gezeigt: Den Menschen sind der Wert eines Restaurantbesuchs, eines Ausflugs oder einer Reise bewusst geworden. Sie brauchen das. Unsere Branche hat also auf jeden Fall Zukunft.“

*ab dem neuen Ausbildungsjahr heißt der Ausbildungsberuf „Fachfrau / Fachmann für Restaurant und Veranstaltungsgastronomie“

Fachfrau / Fachmann für Restaurant und Veranstaltungsgastronomie – ein Blick hinter die Kulissen

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Welcome! Was nach dem Einchecken passiert

Mehr lernen und Meer sehen

Jenny und Christian steht nach dem Abschluss die Welt offen. Auf dem Land und zu Wasser.

Jenny Gottstein will aufs Meer. Im Best Western Plus Hotel Bautzen ist allerdings eher weniger Wasser – glücklicherweise. Trotzdem hilft ihr die Arbeit dort, ihren Traum in einigen Jahren wahr werden zu lassen. Die 20-Jährige möchte später auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten. Drogistin, Floristin oder Kindergärtnerin zu werden, hatte sie lange Zeit überlegt. Doch dann sah sie Dokus über Meeresreisen und die Menschen, die auf den großen Kreuzfahrtschiffen arbeiten. „Das fand ich toll“, erinnert sie sich. Der Plan stand fest: Sie wollte Hotelfachfrau werden. Seit Mitte 2021 hat sie den Abschluss in der Tasche. 

Viele Stationen hat sie während ihrer Ausbildung im Bautzener Hotel absolviert. Sie hat das Housekeeping beim Vorbereiten der Zimmer unterstützt, den Gästen an der Rezeption geholfen und in der Küche Tätigkeiten übernommen. „Am besten hat es mir allerdings im Restaurant gefallen“, sagt sie. Den Gästen Wünsche zu erfüllen, sie glücklich zu sehen, das sei immer wieder Antrieb für sie. Klar, am Wochenende muss sie oft arbeiten, wenn Freunde und Familie gemütlich auf der Couch sitzen. „Das war für mich aber niemals ein Problem, das gehört nun mal dazu und das wusste ich vorher.“

Nur nicht danebenbenehmen

Christian Müller hat seine Prüfung noch vor sich. Im Mai 2022 geht die wohl über die Bühne. Wie Jenny hat auch er verschiedene Tätigkeitsfelder im Best Western Plus Hotel Bautzen ausprobieren können. „Ich würde nach meinem Abschluss gern an der Rezeption arbeiten“, erzählt er. Der Kontakt zu den Gästen sei dort am intensivsten. Mehr als einmal musste er dafür auch seine Englischkenntnisse auspacken. „Anfangs war das vielleicht etwas komisch und ich habe sicherlich noch viele Fehler gemacht. Aber jetzt ist das ganz normal für mich.“ Ein sicheres Auftreten wäre für den Beruf schon notwendig, fügt er hinzu. „Und das Hotel muss sich auf einen verlassen können. Schließlich hat solch ein Haus auch einen Ruf zu verlieren, wenn sich der Auszubildende danebenbenimmt.“  

Für Jenny ist es immer wieder aufregend, wenn wichtige oder bekannte Menschen ins Hotel kommen oder größere Veranstaltungen ausgerichtet werden. „Da denkt man dann schon: Hoffentlich lasse ich nichts fallen.“ Bis jetzt blieb sie immer souverän. Viel Spaß hätte sie mit Reisegruppen, die ins Hotel kommen. „Da ist meist eine fröhliche Atmosphäre, gerade wenn ältere Herrschaften gemeinsam unterwegs sind.“ Nett zu sein, nur weil sie auf hohes Trinkgeld hofft, das sei aber nicht ihr Stil. „Ich bin zu allen Gästen freundlich, auch wenn manche von ihnen vielleicht etwas kompliziert sind.“ Das gehöre nun eben auch zu diesem Job dazu.

Von Bautzen aufs Mittelmeer

In fünf oder sechs Jahren will die junge Frau aufs Kreuzfahrtschiff. Wohin sie dann reist, ist eigentlich egal. Die Atmosphäre auf solch einem Schiff, die würde sie reizen. „Aber wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich ins Mittelmeer wollen oder nach Norwegen.“ Sie ist dankbar dafür, dass ihr ihre Ausbildung auch solche Wege im Leben ermöglicht. „Ich kann Neues sehen und gleichzeitig wieder viele Dinge lernen.“

Für Christian ist jetzt erst einmal der Fokus auf den Abschluss wichtig. Auf Schiff will er nicht, aber sicher einmal in die Großstadt. Das gute wäre, dass die Best Western Hotels gut vernetzt sind. Mit einer guten Empfehlung könne er deshalb auch in anderen Häusern der Kette unterkommen. „Vielleicht erst einmal in Dresen oder Leipzig.“ Vielleicht aber auch irgendwann einmal ganz woanders.

Hotelfachfrau /-mann – ein Blick hinter die Kulissen

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Dein entspannter Start ins Berufsleben

Die Ausbildung in der Tasche? Das ist jetzt wichtig!

Gratulation! Du hast die Zusage für deinen Ausbildungsplatz bekommen. Trotz Feierlaune und Mega-Glücksgefühl solltest du aber trotzdem einige wichtige Punkte nicht vergessen. Deshalb kommt hier eine kurze Checkliste für dich.

1. Danke sagen

Du hältst das Schreiben mit der Bestätigung deines Ausbildungsplatzes in der Hand. Wunderbar. Als nächstes solltest du gleich antworten und dich bedanken – und vor allem mitteilen, dass du den Platz auch haben willst. 

2. Ausbildungsvertrag unterschreiben

Die meisten Firmen legen in diesem Schreiben gleich den Ausbildungsvertrag bei. Im Berufsbildungsgesetz ist festgelegt, was dort stehen muss: der inhaltliche und zeitliche Ablauf der Ausbildung, Beginn und Dauer des Arbeitsverhältnisses, Dauer der Probezeit, Ausbildungsmaßnahmen, die außerhalb der Ausbildungsstätte stattfinden, die Ausbildungsvergütung, die Ausbildungszeit und die Höhe des Urlaubsanspruchs. Den Ausbildungsvertrag solltest du schnellstmöglich unterschreiben und zurücksenden. Falls du minderjährig bist, müssen auch deine Eltern unterschreiben. 

3. Anderen Firmen absagen

Hattest du Glück und bekommst gleich mehrere Lehrstellen angeboten, sag den weiteren Firmen nach deiner Entscheidung bitte zügig ab. Damit auch andere Bewerber oder Bewerberinnen ihre Chance bekommen.

4. Erstuntersuchung beim Hausarzt

Bist du minderjährig, musst du in deiner Hausarztpraxis vorbeischauen. Dein Ausbildungsbetrieb braucht vor dem Ausbildungsbeginn die Bestätigung über die Erstuntersuchung nach Jugendarbeitsschutzgesetz von dir. Die stellt der Hausarzt bzw. die Hausärztin für dich aus.

5. Konto eröffnen

Weil du bald regelmäßig deine Ausbildungsvergütung bekommst, brauchst du natürlich ein Konto. Das kannst du bei einem frei wählbaren Kreditinstitut eröffnen. Wenn du minderjährig bist, müssen dafür deine Eltern unterschreiben. Frag deinen Ausbildungsbetrieb auch nach sogenannten vermögenswirksamen Leistungen. Dazu zählen zum Beispiel Bausparverträge oder Wertpapierdepots. Eventuell zahlt das Unternehmen einen Arbeitgeberanteil dafür. 

6. Krankenversicherung abschließen

Die brauchst du natürlich unbedingt. Beantrage bei der Gelegenheit auch gleich deinen Sozialversicherungsausweis mit, den der Ausbildungsbetrieb von dir braucht. 

7. Steuerliche Identifikationsnummer (IdNr.) mitteilen

Wahrscheinlich hast du von dieser Nummer noch nichts gehört. Aber du hast eine – und das sogar schon seit deiner Geburt. Frag am besten deine Eltern, wo sie das dazugehörige Schreiben aufbewahren, denn die Nummer braucht dein neuer Arbeitgeber für deine elektronische Lohnsteuerkarte. Gespeichert ist die Nummer übrigens beim Bundeszentralamt für Steuern. Sollte sie also wirklich nicht auffindbar sein, kannst du sie einfach per Onlineformular(https://www.bzst.de/SiteGlobals/Kontaktformulare/DE/Steuerliche_IDNr/Mitteilung_IdNr/mitteilung_IdNr_node.html ) auf der Seite der Behörde anfragen.

8. Bescheinigung über die Schulzeit

Wenn deine Schulzeit erst nach Beendigung des 16. Lebensjahres endet, stellt dir die Schule eine Bescheinigung über deine abgeleistete Schulzeit aus. Gut aufheben! Sie wird später bei der Rentenberechnung als so genannte Ausfallzeit angerechnet. 

9. Versicherungen prüfen

Gerade wer mit Ausbildungsbeginn schon über 18 Jahre alt ist und von zu Hause auszieht, sollte checken, ob er alle relevanten Versicherungen hat. Dann brauchst du eine private Haftpflichtversicherung und eine Hausratversicherung für deine eigene Wohnung. Auch mit den Themen Berufsunfähigkeit, Unfallversicherung und private Altersvorsorge solltest du dich beschäftigen. Klingt kompliziert? Such dir professionelle Unterstützung! 

10. Es geht endlich los!

Vor deinem ersten Tag in der Ausbildung prüfe am besten, wie viel Zeit du für den Weg zur Firma einplanen musst. Fährst du mit den Öffentlichen oder doch mit Moped oder Auto? Wann sollte also der Wecker klingeln, wenn du noch entspannt frühstücken willst? Was ziehst du an? Wenn du das geklärt hast, kannst du dich relaxt aufs Ohr hauen. Morgen beginnt dein Berufsleben!

Quelle: IHK Dresden